Zum diesjährigen Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetische Armee am 27.Januar 1945 laden wir zu einer Lesung ins Linken Zentrum Trude Lutz ein:
Gefangenen Nummer 8955 – Die Befreiung von Curt Letsche
Diesen Tag nehmen wir als Anlass um seine Geschichte zu erzählen. Curt war 6 Jahre im Zuchthaus Ludwigsburg inhaftiert. Für eine Dokumentation schrieb er 1990 einen dokumentarischen Text, mit der Angabe seiner Gefangenennummer im Zuchthaus: 8955.
Lothar Letsche wird berichten, wie sein Vater die Befreiung 1945 erlebte und aus dessen Buch: „Schnittpunkte 1945“ lesen.
Curt Letsche wurde 1912 in Zürich geboren und verstarb 2010 in Jena.
In Ulm machte er eine Lehre als Buchhändler. In die letzten Monate seiner Lehrzeit fiel die Machtübergabe an die Nazis.
Ab Herbst 1935 gehörte er zeitweise zu einer bündischen Widerstandsgruppe in Süddeutschland, die Verbindungen zu oppositionellen Geistlichen und zur „Schwarzen Front“ von Otto Strasser unterhielt und hatte weit verzweigte Kontakte zu anderen Widerstandskreisen und Einzelpersonen.
Am 29. September 1939 verhaftet, wurde er ein knappes Jahr später wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Befreiung durch die US-Armee erlebte er im April 1945, als er in einem Zug noch ins KZ Mauthausen deportiert werden sollte.
Nach der Befreiung arbeitete er zunächst als Verleger u.a. in Tübingen, übersiedelte 1957 in die DDR, wo er bis zu seinem Tod als Schriftsteller und als viel gefragter Zeitzeuge tätig war.
Lothar Letsche stellt die Berichte seines Vaters und ihre Entstehungsgeschichte vor und erzählt wie die NS-Verfolgung sich auf die Familie auswirkte.